Pagsanjan17. Juli 2007

Pagsanjan
Heute stand nun endlich unser erster Ausflug an.
Pünktlich um 8:00 Uhr morgens sind wir zur Rezeption, wo auch schon unser Fahrer auf uns wartete. Die Kosten für die Fahrt haben wir dann noch kurz bezahlt (wie bereits erwähnt 3.500 PHP) und sind dann auch gleich ins Auto gestiegen.
Da wir alle ziemlich hungrig waren, haben wir den Fahrer gebeten auf der Fahrt irgendwo anzuhalten, damit wir etwas frühstücken konnten. Da er eh noch tanken musste, sind wir an der Tankstelle dann kurz zu Jollibee rein und haben uns ein paar Kleinigkeiten für die Fahrt mitgenommen.

Je näher wir dann unserem Ziel kamen, desto mehr wurden wir regelrecht von Motorradfahrern belagert und verfolgt. Diese wollten uns natürlich jeweils zu ihrem Bootsverleih lotsen. Da unser Fahrer aber wie er sagte die Verantwortung für uns trägt, hat er uns an einen laut ihm zuverlässigen und guten Bootsverleih gebracht. Die letzten Kilometer wurden wir auch zusätzlich von einem Motorrad begleitet, welches uns auch noch zu diesem Bootsverleih gebracht hat. Die Fahrt hat mit dem Zwischenstopp insgesamt circa 3,5 Stunden gedauert.

Beim Bootsverleih angekommen sind wir dann gleich zur Kasse gegangen und haben für 660 PHP pro Person die Fahrt ausgemacht. Wir wurden auch darüber informiert, dass diese 660 PHP für alles gelten, wir müssten sonst nichts bezahlen, außer nach der Fahrt nach eigenem Ermessen das Trinkgeld für die Bootsmänner. Ganz gespannt sind wir dann den Hinterausgang raus gelaufen und die Treppen runter zu den Booten. Dort warteten auch schon unsere Bootsmänner und zusätzlich noch ein paar Damen, die uns Strohhüte andrehen wollten. Da die Sonne an diesem Tag ziemlich stark schien, haben sich Tahani und Manal einen Hut genommen (pro Stück 100 PHP). Ich war dann aber zu geizig und habe verzichtet, was sich später als Fehler rausstellen sollte.

Wir setzten uns in das anfangs etwas wacklige Boot und wurden in die Mitte des Flusses abgestoßen. Dort wartete ein motorisiertes Boot und wir wurden von diesem dann den Fluss entlang gezogen. Die Fahrt ging zuerst unter einer Brücke hindurch, auf der noch ein paar Informationen für Touristen standen und vorbei an mehreren Häusern, spielenden Kindern, Fischern und auch 2 Resorts. Noch war alles eher unspektakulär. Nach ungefähr 15 bis 20 Minuten waren wir dann auch schon an der ersten "Stromschnelle". Das motorisierte Boot drehte dann um und überließ die Arbeit unseren Bootsmännern. Diese paddelten auch gleich munter drauf los und schoben uns, noch etwas zaghafter, die erste "Stromschnelle" hoch.

Nach einer weiteren kleinen "Stromschnelle kam erst einmal eine Zeit lang ruhiges Wasser. Unsere Bootsmänner nutzten diese Gelegenheit um uns die erste Lügengeschichte aufzutischen:
Sie behaupteten, dass an der nächsten Station pro Person 300 PHP fällig wären, da wir an dieser Stelle in eine andere Barangay kommen würden. Um uns schon zu Beginn der Fahrt den Ärger zu ersparen haben wir dies dann bezahlt. Wir zahlten also 1.000 PHP und natürlich wurde uns kein Wechselgeld zurückgegeben. Stattdessen wurden wir auf die Rückfahrt vertröstet, wobei uns aber klar war, dass wir das Geld nicht bekommen werden.
Also: Vorsicht, Abzocke!. Ihr müsst die 300 PHP nicht bezahlen!

Nichtsdestotrotz ging es dann weiter mit der Fahrt. Die "Stromschnellen" wurden, je weiter Fluss aufwärts wir kamen, immer stärker und größer. Die Landschaft war sehr imposant! Zu beiden Seiten des Flusses steile bewachsene Hänge, die geschätzt 100 Meter in die Höhe ragen. Bevor wir allerdings so richtig genießen konnten, hielten die Bootsmänner unter dem Vorwand einer Pause an und zogen meiner Meinung nach eine richtige Show ab, um uns vorzuspielen wie anstrengend das Ganze doch ist. (Natürlich ist es anstrengend, die beiden haben es aber sichtlich übertrieben.) Der Grund für die ganze Show wurde uns dann später klar, dazu komme ich aber noch.

Nach circa einer halben Stunde sind wir dann an der Zwischenstation angekommen. Dort gab es kühle Getränke und auch eine kleine Auswahl an warmen und kalten Snacks für zwischendurch. Um unseren guten Willen zu zeigen, haben wir den Bootsmännern jeweils ein Getränk und ein Hünchenspieß mit Reis spendiert (insgesamt 180 PHP). Wir haben uns mit einer kühlen Cola begnügt (jeweils 40 PHP). Die Bootsmänner hatten dann auch fertig gegessen und nachdem wir noch ein paar Fotos gemacht haben, ging es weiter.

Die "Stromschnellen wurden zunehmend stärker und zum Teil mit quer liegenden Eisenstangen gespickt, sodass die Boote an besonders schwierigen Stellen etwas leichter nach oben gezogen werden konnten.
In zwei weiteren Pausen wurde uns dann eine abenteuerliche Story aufgetischt. Leider habe ich den Sinn nicht ganz verstanden, denn sie erzählten irgendwas von Ausflugsbüros in Manila und irgendwas von Touristen aus Hong Kong. Da wir aber weder in Manila über ein Reisebüro gebucht hatten, noch Touristen aus Hong Kong sind, müssten wir die Summe von 30 US$ pro Person bezahlen, die die Reisenden von Reisebüros schon dort bezahlt hätten. Wir haben dann so getan als würden wir darüber diskutieren und haben dann die Bootsmänner gefragt, wann wir bezahlen müssten. Als diese dann meinten, dass dies nach der Fahrt fällig wäre haben wir erst einmal widerwillig mit dem Kopf genickt, allerdings mit dem Hintergedanken, dass wir dies jetzt und später sicherlich nicht bezahlen werden.
Also erneut: Vorsicht, Abzocke!. Ihr müsst keine 30 US$ zahlen!

Endlich oben am Wasserfall angekommen, machten sich schon die ersten Anzeichen der Sonneneinstrahlung bemerkbar. Es war wirklich verdammt heiß und die Sonne schien direkt zwischen den Steilwänden auf unsere Köpfe herunter. Wir haben uns dann ausgiebig alles angeschaut und die super Landschaft genossen. Für einen kleinen Aufpreis von 90 PHP pro Person konnte man sich auf einem Floß unter den Wasserfall ziehen lassen. Das haben wir allerdings dann nicht gemacht, da wir unser Gepäck mit Kamera etc. nicht unbeaufsichtigt lassen wollten.
Wir haben dann zufällig ein deutsches Ehepaar getroffen und uns kurz mit denen unterhalten. Diese bestätigten uns, dass wir auf keinen Fall weder die 300 PHP am Anfang noch die 30 US$ zahlen müssen. Anscheinend haben wir entweder schwarze Schafe erwischt, oder wir sahen so aus als ob man uns besonders gut abzocken kann, denn das Ehepaar hatte keinerlei Probleme mit den Bootsmännern.

Als wir uns dann ausgiebig umgesehen hatten, ging es dann an die Abfahrt. Diese war recht spaßig, da wir doch relativ schnell die engen "Stromschnellen" hinunter manövriert wurden.
An der Station angekommen, an der wir zuvor die 300 PHP pro Person bezahlt wurden, wurden unsere Bootsmänner auf einmal gesprächig und zeigten uns einen Baum, in dem angeblich zu bestimmten Zeiten Affen sitzen würden. Der Baum war allerdings nicht wirklich anders als die 100 anderen die wir bereits gesehen hatten. Dies war einfach nur eine Ablenkung, damit wir nicht an unser Wechselgeld denken. Naja dachten wir uns, bekommen die beiden eben noch weniger Trinkgeld! Das motorisierte Boot von der Hinfahrt wartete wieder auf uns und zog uns in Richtung des Bootsverleihs zurück. Eine erneute Ablenkung gab es dann an der Brücke mit den Touristeninformationen, da wurde dann auf ein Haus gezeigt in dem angeblich irgendwer wohnen sollte.

Am Bootsverleih angekommen, bezahlten wir dann die Hüte und gingen erst einmal in das Haus um uns auszuruhen. Die Bootsmänner setzten sich dann ebenfalls hin und warteten auf ihre Bezahlung. Womöglich machten sie sich schon Gedanken, was sie alles mit dem vielen Geld machen sollten, welches sie erwarteten zu bekommen. Wir berieten uns dann kurz, ob wir überhaupt etwas geben sollten und entschlossen uns dann schließlich, trotz der ganzen Versuche uns abzuzocken auf eine Summe von 500 PHP die sich beide teilen sollten. Die gnädigen Herren waren damit aber alles andere als einverstanden, hatten wir ihnen schließlich vorhin kopfnickend zugestimmt, dass sie 30 US$ pro Person bekommen würden. Ich diskutierte dann etwas mit den beiden rum, was aber nicht sonderlich viel brachte. Mir wurde es dann langsam zu blöd und ich habe den beiden die 500 PHP auf den Tisch gelegt und ihnen geraten, sie sollen sich doch das Wechselgeld von der Station abholen, welches wir ja nicht wie versprochen zurück bekommen haben. Zusätzlich merkte ich noch an, dass wir uns mittlerweile nach Rücksprache mit anderen Reisenden im Klaren sind, dass diese Zahlung auch nicht nötig gewesen wäre. Sichtlich enttäuscht, dass die Gaunerei doch nicht zum Erfolg geführt hatte, ließen wir die beiden dann sitzen und sind zu unserem Fahrer gegangen, der schon mit angelassenem Motor vor der Tür auf uns wartete.
Auf der Heimfahrt erzählten wir ihm dann die ganze Story und dieser war dann doch recht überrascht, da er angeblich mit diesem Verleih noch nie Probleme hatte. Außerdem hätte er, wenn wir ihm früher davon erzählt hätten, einen Abstecher zum zuständigen Tourismusbüro gemacht und eine Beschwerde eingereicht, damit die beiden Bootsmänner ihre Lizenz entzogen bekommen.
Wir ruhten uns dann alle auf der Rückfahrt zum Hotel aus. Der Fahrer hingegen hatte es anscheinend sehr eilig und ist auch dementsprechend gefahren. Trotzdem sind wir sicher und ohne weitere Zwischenfälle in unserem Hotel angekommen

Fazit: Ein insgesamt sehr schöner Ausflug mit einer atemberaubenden Landschaft und einer abenteuerlichen Bootsfahrt. Getrübt wurde das Ganze allerdings durch die Versuche uns abzuzocken. Wer darüber hinwegschauen kann sollte auf jeden Fall einen Abstecher zu den Pagsanjan Falls machen. Es lohnt sich definitiv!

Kamayan
Heute entschieden wir uns für das "Kamayan" in Malate, unweit von der Malate Pensione. Kamayan bedeutet übersetzt soviel wie "Mit den Händen essen". Der Taxifahrer kannte dieses Restaurant leider nicht, aber da ich gut vorbereitet war (dachte ich zumindest), erklärte ich ihm den Weg. An der auf der Karte meines Reiseführers "The Rough Guide to the Philippines" eingezeichneten Stelle ließen wir uns dann absetzen. Es war jedoch weit und breit kein Restaurant mit dem Namen Kamayan zu sehen. Wir erfragten uns dann den Weg zu dem 2 Straßen weiter gelegenen Restaurant.
Wir setzten uns im Restaurant angekommen am Eingangsbereich in einen separaten mit Glaswänden abgetrennten Raum. Dort standen an der Wand Tonkrüge um sich die Hände zu waschen. Bestellt haben wir dann folgendes:

Stefan: Grilled Bangus mit Reis
Tahani: Gambas mit Paprika, Soße und Reis
Manal: Pork Adobo mit Reis
Alle zusammen: Laing Na Gabi und Bicol Express

Hier möchte ich das erste Mal besonders hervorheben, da das Essen wirklich exzellent geschmeckt hat! Besonders gut war das Essen von Tahani, Gambas mit Paprika und Soße. Ich kann wirklich es nur weiterempfehlen hier zu essen.

Den Rückweg sind wir dann zu Fuß gegangen, wir kannten ja nun den Weg. Außerdem wollten wir uns unterwegs noch mit ein paar Mangos versorgen. Wir kauften dann für 50 PHP/kg gelbe Mangos und sind dann 5-10 Minuten gelaufen, bis wir im Hotel waren. Alles in allem ein sehr anstrengender Tag, dementsprechend schnell sind wir dann auch eingeschlafen.
Um abschließend noch einen Eindruck zu bekommen, wie heftig die Sonne heute geschienen hat, hier ein Bild (aufgenommen 3 Tage nach diesem Ausflug) von meinen Beinen, welche 1 Stunde im Boot in der Sonne gebrutzelt haben...


Bilder:

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