Behördenärger: Ausländerbehörde verweigert Einreise
48-Jähriger wartet auf Frau und Kinder von den Philippinen – Ausländerbehörde verweigert Einreise
Wolfschlugen – Steffen Löscher hat nur einen Wunsch für Weihnachten. Er will das Fest der Liebe mit seiner Familie feiern. Doch dies droht an den Behörden zu scheitern. Seine Frau und Kinder sitzen auf den Philippinen auf gepackten Koffern, dürfen aber nicht einreisen.
Der 48-Jährige sitzt in seiner Küche in Wolfschlugen (Kreis Esslingen) und betrachtet sehnsüchtig ein Foto seiner Kinder. “Es ist zum Totlachen, wenn’s nicht so traurig wäre.” Zusammen mit Mutter Ludivina (33) warten Girlvina (9), Reymart (8), Elizabeth (5) und Stephanie (2) mehr als 10000 Kilometer entfernt auf ein Wiedersehen mit dem Papa. Sie haben Flugtickets und sollen eigentlich pünktlich zum Fest am 24. Dezember morgens in München landen. Aus der weihnachtlichen Familienzusammenführung scheint aber nichts zu werden. Die Ausländerbehörde in Nürtingen will die Einreise nicht genehmigen.
Doch der Reihe nach:
Im Januar 2002 heiraten die Löschers auf den Philippinen. Seine Ehefrau lebt daraufhin einige Monate mit ihm in Stuttgart. Ihre beiden Kinder, die sie in die Ehe mitbrachte, lässt sie vorerst in der philippinischen Heimat bei den Großeltern. Dann zieht es das Ehepaar wieder ins Urlaubsparadies. Löscher versucht sein Glück in der Tourismusbranche. Die Geschäfte laufen aber nicht wie gewünscht.
Im Mai dieses Jahres kehrt der Malermeister zurück. Er findet eine Stelle in einer Raumausstatter-Firma. Und auch die zweite Auflage für eine Familienzusammenführung erfüllt er. Löscher mietet eine geeignete Wohnung in Wolfschlugen. Daraufhin beantragt seine Frau im November bei der deutschen Botschaft Aufenthaltsgenehmigungen. Die Botschaft sichert ihr, laut Löscher, eine Bewilligung der Anträge zu. “Darauf haben wir uns verlassen.” Tickets werden gebucht, die Wohnung auf den Philippinen gekündigt und der Hausrat verkauft.
Dann kommt der Schock. Vergangene Woche teilt die Ausländerbehörde Löscher mit, eine Einreise könne nicht genehmigt werden. Für seine Frau und die beiden gemeinsamen Kinder, die auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, gebe es keine Schwierigkeiten, sagt Löscher. Doch die hiesige Behörde zweifelt an der Echtheit der Geburtsurkunden der beiden älteren Kinder. Eine Beglaubigung des statistischen Amtes der Philippinen reicht offenbar nicht aus. Die Dokumente müssten noch von einem Vertrauensanwalt geprüft werden. Das dauert drei bis vier Monate. “Wenn die Ausländerbehörde Zweifel hegt, kann die Botschaft nichts machen”, sagt eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Die Nürtinger Behörde ist hingegen nicht zu einer Stellungnahme bereit.
Wenn er das vorher gewusst hätte, sagt Löscher, hätte er Besuchervisa beantragt. “Dann wären sie hier, und hinterher schiebt sie eh keiner ab.” Doch er wollte es nicht illegal, er wollte es ordentlich machen. Jetzt versteht er die Welt nicht mehr: “Ich finde es schlimm, wenn man eine Familie wegen solcher Lapalien auseinanderreißt.” Ihr Fall sei eindeutig. “Schließlich sind wir schon seit sechs Jahren verheiratet.” Außerdem könnte man die Unterlagen doch noch nachträglich prüfen lassen.
Löscher hatte alles so schön geplant. An Weihnachten wollte er seine Familie in ihrer neuen Heimat begrüßen. Nun wird er vermutlich alleine im frisch renovierten Wohnzimmer vor dem Tannenbaum sitzen. Beim Gedanken daran verliert der kräftige Mann die Fassung. Er wischt sich Tränen aus den Augen.
Solche Ärgernisse mit Behörden sind leider keine Seltenheit… Ich kann das Leid des Herrn Löscher wirklich verstehen.