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Dr. Thomas Glöckler hilft auf den Philippinen den Ärmsten

December 23rd, 2008 Ashy Leave a comment Go to comments

Es gibt viele unterschiedliche Arten zu helfen. Dr. Thomas Glöckler hat den Weg gewählt, direkt auf die Philippinen zu reisen, um dort mit anzupacken. Nun will der Arzt vor Ort ein kleines Krankenhaus errichten.

Ulm/Mindanao “Lieber 1000 Patienten für je einen Dollar behandeln, als einen Patienten für 1000 Dollar”, fasst Dr. Thomas Glöckler das Ziel der “Ärzte für die Dritte Welt” zusammen. Die Hilfsorganisation, bei der sich der 58-jährige Arzt engagiert, ist international unter dem Namen “German Doctors” bekannt und will den Ärmsten der Armen helfen. “Medizin muss hinhauen. Dem Patienten muss es nach der Behandlung besser gehen”, sagt Glöckler, der in Mindanao auf den Philippinen hilft. Das ist hierzulande nicht anders, aber auf den Philippinen haben viele Menschen keine Möglichkeit, einen weiteren Arzt aufzusuchen, wenn die Behandlung nicht anschlägt.

1980 ging Glöckler zum ersten Mal nach Asien in ein Flüchtlingslager, um zu helfen. “Die Arbeit machte mir Spaß”, erzählt der Ulmer, der einräumt, dass ihn damals auch ein wenig die Abenteuerlust lockte. Damit allein lässt sich aber nicht erklären, was ihn dazu trieb, sein bis dahin geordnetes Leben aufzugeben und nach Kambodscha zu gehen. Er selbst kann es auch nicht so richtig erklären: “In meinem Leben gab es immer wieder gigantische Zäsuren.”

Kambodscha war da nur der Anfang. Eigentlich hätte Glöckler zu der Zeit Röntgen-Facharzt an der Uniklinik Ulm werden können, die ihm angebotene Stellung wäre auf Lebenszeit gewesen. Stattdessen ging er nach Asien, kehrte wieder nach Deutschland zurück, baute sich eine eigene Röntgenpraxis auf, die er 2002 wieder verkaufte. Inzwischen arbeitet er als Betriebsarzt, ist sechs Monate im Jahr in der Heimat und die restliche Zeit auf den Philippinen.


Sieben Mal war er nun schon mit den “German Doctors” in Asien, die achte Reise steht im Januar an. Diesmal aber nicht direkt im Auftrag der Hilfsorganisation. Glöckler will ein kleines Krankenhaus in Mindanao bauen. Das Hospital, dass der Arzt privat finanziert, soll auf Stelzen stehen, um Schutz vor Hochwasser und Ungeziefer zu bieten. Neben den medizinischen Räumen wie dem Entbindungssaal soll in dem Hospital auch ein Art Tagesstätte für Kinder entstehen, die dort betreut und unterrichtet werden.

An Patienten wird es nicht mangeln. 50 bis 200 Menschen kommen pro Tag zur Untersuchung. Das Spektrum der Krankheiten reicht von Bronchitis und Mandelentzündungen über Parasiten bis hin zu Tumoren. Oft sind es einfache Eingriffe, mit denen geholfen werden kann. Aufwendigere Behandlungen wie eine Dialyse können von den “Ärzten für die Dritte Welt” nicht übernommen werden. Dafür reicht das Geld nicht. Unter solchen Bedingungen zu arbeiten ist schwer, auch für Glöckler: “Natürlich fragt man sich da ab und zu, warum man das macht.” Aufhören wird er so schnell trotzdem nicht.

Quelle: Südwest Presse
Author: SEBASTIAN SCHMID

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