Die Entführung von drei Mitarbeitern des Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) auf den Philippinen hat sowohl in der Schweiz als auch in dem südasiatischen Land grosse Sorge und Empörung ausgelöst. Die Verhandlungen mit den Geiselnehmern des 38-jährigen Schweizers Andreas Notter, des 62-jährigen Italieners Eugenio Vagni und der 37-jährigen Philippinerin Mary Jean Lacaba waren schwierig. Nachstehend die einzelnen Etappen im Zeitraffer:
- 15. Januar: Drei IKRK-Mitarbeiter werden nach einem Besuch in einem lokalen Gefängnis auf der philippinischen Insel Jolo von Abu-Sayyaf-Extremisten entführt.
- 17. Januar: Die Geiseln melden sich telefonisch beim IKRK. Sie sind unverletzt.
- 19. Januar: Die Entführer fordern die philippinischen Streitkräfte auf, die Verfolgung einzustellen. Das Militär hält den Druck aber aufrecht.
- 28. Januar: Eine Vertreterin der philippinischen Regierung besucht die entführten IKRK-Mitarbeiter. Ihr Gesundheitszustand wird als gut bezeichnet. Eine Zahlung von Lösegeld lehnt die Regierung ab.
- 29. Januar: Die Rebellen fordern Investitionen in Erziehungs- und Entwicklungsprojekte für die Freilassung ihrer Geiseln.
- 2. Februar: Die Entführer nennen den Abzug der philippinischen Truppen aus ihrer Region als weitere Bedingung.
- 9. Februar: Zwischen dem philippinischen Militär und den Rebellen von Abu Sayyaf kommt es zu Kampfhandlungen. Mindestens fünf Soldaten werden verletzt. Auf der Nachbarinsel Basilan töten Marinesoldaten zwei Rebellen, die im Verdacht standen, Beziehungen zur Abu Sayyaf zu haben.
- 16./17. März: Bei Schusswechseln zwischen dem philippinischen Militär und den Entführern kommen nach Regierungsangaben drei Soldaten und sieben Extremisten ums Leben.
- 18. März: Abu Sayyaf droht mit der Enthauptung einer der drei Geiseln, falls sie erneut von den Regierungstruppen angegriffen würden.
- 24. März: Der Bruder des entführten Schweizers kritisiert das EDA und fordert Chefin Micheline Calmy-Rey auf, sich persönlich zu engagieren. Laut EDA sind weitere Interventionen auf höchster politischer Ebene geplant.
- 25. März: Die Extremisten drohen erneut mit der Enthauptung einer der drei Entführten, falls sich die Regierungstruppen nicht aus dem Rebellengebiet zurückziehen. Bundespräsident Hans-Rudolf Merz schaltet sich in die Affäre ein und telefoniert mit der philippinischen Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo. Calmy-Rey empfängt Angehörige der Schweizer Geisel zu einem Gespräch.
- 26. März: Das IKRK drängt die philippinischen Behörden, aus Rücksicht auf die Verschleppten auf weitere Militäraktionen zu verzichten. Die entführte Philippinerin zeigt sich in einem Telefon äusserst besorgt um ihr Leben.
- 27. März: Das philippinische Militär will seine Truppen von einem Dschungel-Stützpunkt der Abu-Sayyaf-Rebellen zurückziehen, um Verhandlungen zu erleichtern.
- 28. März: Die Rebellen lehnten den Vorschlag der philippinischen Behörden ab, die Truppen im Gegenzug zur Freilassung einer Geiseln teilweise zurückzuziehen und fordern einen totalen Rückzug.
- 30. März: Die Entführer bekräftigen ein Ultimatum bis am 31. März: Zieht sich das Militär nicht zurück, soll eine der Geiseln enthauptet werden. Auch der Papst fordert die Freilassung der Geiseln.
- 31. März: Das Ultimatum läuft ab, ohne dass neue Nachrichten von den Entführten vorliegen.
- 1. April: Der Bundesrat zeigt sich sehr besorgt über die Situation und die angedrohten Hinrichtungen und ruft die Geiselnehmer auf, Milde walten zu lassen.
- 2. April: Die Rebellen lassen die Philippinerin Mary Jean Lacaba auf der Insel Jolo frei. Über das Schicksal der beiden anderen Geiseln ist zunächst nichts bekannt.
- 4. April: Die Entführer drohen erneut mit Enthauptung einer Geisel.
- 18. April: Der Schweizer Notter kommt nach über drei Monaten in Geiselhaft auf freien Fuss. Über den Verbleib des Italieners Vagni ist zunächst nichts bekannt.
Quelle : http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/schweizer_ikrk-geisel_auf_philippinen_frei_1.2425091.html
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