Pater aus Hopsten immer im Einsatz für die Armen
Ungerechtigkeiten und Ausbeutung nicht einfach hinnehmen – danach lebt und handelt der Steyler Missionar Heinz Kulüke und weiß doch, dass all seine Hilfsmaßnahmen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind. Zumindest angesichts des großen Elends und der Armut auf der Insel Cebu City im Pazifik, auf der sechs Millionen Menschen leben. „Wenn die Kinder nicht wären, hätte ich vielleicht schon aufgegeben“, hat Heinz Kulüke im Gespräch mit seinen Hopstener Verbündeten Peter Junk und August Kleingers in den vergangenen Wochen geäußert. Doch durch die Ausbildung der Kinder in Kindergärten und Schulen, die Kulüke am Rande der großen Mülldeponien bauen ließ, versucht er den Kreislauf des Elends und der Hoffnungslosigkeit zu durchbrechen.
„Heinz Kulüke ist die Mutter Theresa der Philippinen“, betont Peter Junk. Er und August Kleingers haben den Pater bei seiner Arbeit mit Straßenkindern, mit den Müll-Menschen und bei seinen Hilfsmaßnahmen im Rotlichtmilieu erlebt. Vom 10. März bis zum 6. April beteiligte sich der Hopstener August Kleingers am Projekt des Vereins „Dialog hilft Kindern in der Einen Welt – Stark sein für andere“. Auf Mactan Island, einer Cebu östlich vorgelagerten kleinen Insel, halfen sie beim Bau eines Dorfgemeinschaftshaus mit Ausbildungszentrum.
16 Erwachsene aus dem Bistum Münster im Alter von 22 bis 66 Jahren, Mitglieder katholischer Verbände wie Landjugend und KAB halfen mit, das Projekt zu verwirklichen. Der Verein Dialog sponserte die Materialkosten und den Grundstückskauf. Einheimische und die 16 Deutschen halfen beim Bauen. „Dem Geld in der Hand ein Gesicht geben,“ so könne man die Zusammenarbeit bezeichnen, erzählt Peter Junk, der diesmal aus beruflichen Gründen nur acht Tage mit auf Mactan dabei sein konnte.
August Kleingers lobt die gute Zusammenarbeit mit der einheimischen Bevölkerung. Der Hopstener spricht mit großer Hochachtung von den einheimischen Bauarbeitern. Einziges Hilfsmittel beim Bau des acht mal zwölf Meter großen, zweistöckigen Gebäudes sei eine Betonmischmaschine gewesen. Alles andere wurde in Handarbeit erledigt, erzählt der Hopstener.
Pater Heinz Kulüke begeitete mit dem von ihm gegründeten Verein Justice, Peace and Integrity of Creation (JPIC) auch dieses Entwicklungsprojekt. Wenn das Dorfgemeinschaftshaus fertig ist, bleiben sich die Dorfbewohner nicht selbst überlassen. Mitglieder des Vereins JPIC betreuen sie weiter und helfen mit Rat und Tat. Innerhalb der vergangenen Wochen wurde ein Schweißgerät erstanden, eine provisorische Werkbank gebaut und eine geeignete Stromversorgung gelegt. Die deutschen Handwerker bildeten die interessierten Philippinos aus, so dass sie eine Art Mofa-Beiwagen herstellen konnten, mit denen der Müll zum Händler transportiert werden kann.Unten in Dorfgemeinschaftshaus entsteht ein Versammlungsraum mit kleinem Laden, den künftig eine Kooperative betreiben soll, im Obergeschoss eine Schneiderei und auf dem Dach eine 32 Quadratmeter große Penthousewohnung. Ganz oben auf dem Dach gibt es eine Fisch-Trockungsanlage. Zwei elektrische Nähmaschinen wurden ebenfalls angeschafft, die Frauen bekamen Nähunterricht.
Mit der Fertigstellung des Dorfgemeinschaftshauses sei Ende Mai zu rechnen, so August Kleingers, der seit Dienstag wieder in Hopsten ist. Gleich in den ersten Tagen seines Aufenthalts auf den Philippinen habe ihn Heinz Kulüke seine Wirkungsstätte an der San Carlos Universität gezeigt. Am Nachmittag habe er ihn mit auf eine Müllhalde genommen, wo die Kinder den Pater schon sehnlichst erwarteten. Dort versorgte er Hilfsbedürftige mit Medikamenten, legte Verbände an, kontrollierte den Blutdruck oder gab Hinweise, wo die zwei „German Doctors“ (deutsche Ärtze im Ruhestand) in nächster Zeit seien, um Spritzen zu geben oder andere ärztliche Behandlungen kostenlos anzubieten.
Anschließend erhielten geduldig wartenden Kinder Kekse oder andere Süßigkeiten. Etwa 2500 Menschen leben auf den drei Deponien in und um Cebu City. Sie haben kein Geld für Medikamente oder eine ärztliche Versorgung.
„Von der Müllhalde kam mir so ein bestialischer Gestank entgegen, so dass ich dachte, du wirst nie wieder etwas essen können“, erinnert sich August Kleingers noch mit Grausen. Dass Familien in Dreck und Gestank ihr ganzes Leben verbringen, sei unvorstellbar. Pater Heinz Kulüke hat durchgesetzt, dass Kinder nicht mehr beim Müllsammeln helfen dürfen und dafür den Kindergarten und Schulen am Rande der Müllhalden besuchen können. Er habe von der Stiftung des Bundesministeriums für Entwicklung für ein Umsiedlungsprojekt Unterstützung erhalten und 30 Häuser für die Müllmenschen bauen lassen. 35 weitere sollen folgen.
Heinz Kulüke ist auf den Philippinen eine Autorität, selbst im Rotlichtmilieu erreicht er es, 60 Mädchen pro Jahr zu befreien und in zwei Einrichtungen zu betreuen, wo sie therapiert, gesund gepflegt werden und berufliche Perspektiven erhalten.
Quelle : http://www.ivz-online.de/lokales/kreis_steinfurt/tecklenburgerland/1035725_Pater_aus_Hopsten_immer_im_Einsatz_fuer_die_Armen.html
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